HSG-Reserven sammeln keine Punkte ein

Hohenlimburg. Handball-Kreisliga: HTV Hemer II – HSG Hohenlimburg III 42:35 (20:14). Äußerst ungewohnt für ein Auswärtsspiel, war die Bank der HSG vollständig besetzt. Und auch die Einstellung stimmte, denn die ersten Angriffe wurden allesamt genutzt. Nach der 6:3-Führung (6.) aber kam ein Bruch ins Spiel, drehte die von Jürgen Risse gecoachte junge Hemeraner Truppe den Spieß zum eigenen 10:6 (11.) um. 

Bis zum 14:17 (27.) blieb der Gast dank des Torhungers von Max und Tim Hell auf Schlagdistanz, doch im weiteren Verlauf fehlte den Hohenlimburgern die Spritzigkeit, um sich den dynamischen HTV-Angriffen oder Kontern entgegenzustemmen. Nach 44 Minuten hieß es 30:20 – da half dann auch eine hohe Ausbeute in der Schlussphase nicht mehr.

HSG III: Krause, Kind; M. Hell (8/1), T. Hell (8/1), F. Hinz (5), Arns (3), Brahimi (3), Vartmann (3), M. Hinz (2), L. Richter (1), A. Richter (1), Hartung (1), Jochheim, Gottmann.

Damen-Bezirksliga: TV Westfalia Halingen – HSG Hohenlimburg II 35:27 (15:10). Diesmal war es nicht die fehlende Durchschlagskraft, die einem Überraschungserfolg der Foote-Schützlinge entgegenstand. Insbesondere Michelle Metzner setzte der Halinger Abwehr mit ihren zehn Toren tüchtig zu. Allerdings fehlte auch dem Gast die Stabilität in der Abwehr, konnten sich Halingens Hauptschützinnen Gutzeit (12/5) und Theis (7) zu oft durchtanken und treffen. 

Bis zum 6:6 (16.) verlief das Kreisduell ausgeglichen, doch Halingen ließ sich durch die rote Karte für Harnischmacher nicht irritieren und zog über 12:8 und 23:13 (40.) bis auf zwölf Tore (27:15) davon. Dank guter Moral konnte die HSG-Reserve in der Endphase Ergebniskosmetik betreiben.

HSG II: Kriwett; Metzner (10), Betchen (6/5), Herbel (3), Krüger (2), L. Bornemann (2), Lenze (2), Rohloff (1), M. Bornemann (1). 

HSG-Frauen mit starker Defensive

Hohenlimburg. Die Handball-Damen der HSG Hohenlimburg sind auf dem besten Wege, sich ihre Verbandsliga-Zugehörigkeit zu bewahren. Beim Tabellennachbarn Borussia Dortmund III siegten sie zur besten Fußballzeit am Sonntag Nachmittag aufgrund einer wieder starken Defensivleistung mit 19:17 (10:10) und kletterten dadurch auf Rang sieben. Noch wichtiger: Ihr Vorsprung auf die letzte Woche bezwungenen Recklinghäuser PSV-Reserve ist vier Runden vor Schluss auf vier Zähler angewachsen, Nachbar Schwerte/Westhofen liegt drei Punkte zurück.

Viele technische Fehler

Die HSG machte da weiter, wo sie gegen Recklinghausen aufgehört hatte, stand kompakt in der Deckung und konnte sich auf die Reflexe von Torfrau Lisa Witte verlassen. Getrübt wurde das positive Bild durch viele technische Fehler, die Nervosität war bei den Gästen ebenso hoch wie bei den seit Wochen erfolglosen Dortmunderinnen, die erst nach zehn Minuten erstmals trafen. Da hatte Sarah Klonek immerhin zweimal zugeschlagen.

Nach 18 Minuten führte Hohenlimburg mit 6:3, wenig später durch Annika Witte, die im Angriff den besten Eindruck hinterließ, mit 9:6. Dieses mühsam herausgeworfene Polster verspielte die HSG aber durch überhastete Aktionen, die Interimstrainer Timo Handwerker („Das waren zum Teil Anfängerfehler, die die Unruhe in der Mannschaft verstärkt haben“) in Rage brachten. Plötzlich lag der BVB mit 10:9 vorne, konnte Vanessa Raabe wenigstens den Pausengleichstand herstellen.

Durchgang zwei bot bei weiterhin bescheidenem Niveau Spannung pur. Hohenlimburg legte ständig vor, aber die von Koopmann (6/2) angetriebene BVB-Dritte schaffte in schönster Regelmäßigkeit den Ausgleich. Kritisch wurde es für den Gast, als er (wieder einmal) eine gegnerische Zeitstrafe ungenutzt ließ, Dortmund aber eine Hinausstellung von Klonek nutzte, um aus dem 15:16 ein 17:16 zu machen. Im rechten Moment gelangen zwei konstruktive Angriffsaktionen, sorgten Carina Voß und Kreisläuferin Lena Becker für das 18:17. Nach erneut abgewehrtem BVB-Angriff startete Witte zum Gegenstoß durch, wurde rüde gefoult, was die Rote Karte für Rothe (mit Bericht) und einen Siebenmeter zur Folge hatte, den Becker zum Endstand nutzte.

Fehlende Selbstkritik

Für Handwerker war es der dritte Erfolg im fünften Spiel, aber die fehlende Selbstkritik seiner Spielerinnen dämpft seine Freude über diese gute Bilanz und den damit fast geschafften Klassenerhalt erheblich.

Trotz Erfolg kein Grund zum Jubeln

Hohenlimburg. So richtig zum Jubeln war den Landesliga-Handballern der HSG Hohenlimburg am späten Freitag nicht zumute, auch wenn sie gerade zum zweiten Mal in dieser Saison den Lokalrivalen VfL Eintracht Hagen III bezwungen hatten. Das 26:25 (16:14) war nämlich alles andere als ein Ruhmesblatt, vom Offensivschwung, der letzten Sonntag in Wellinghofen noch 43 Tore ermöglichte, blieb erschreckend wenig übrig. Letztlich war es Keeper Marco Fritzsche, der mit einigen Glanzparaeden die Patzer seiner Vorderleute ausbügelte und den Hagener Punktgewinn verhinderte.

Wie sehr Handball Kopfsache ist, ließ sich an Fritzsches Formkurve ablesen. Er kam wie seine offenbar die Aufwärmphase verlängernden Vorderleute in Durchgang eins nämlich überhaupt nicht in Fahrt, haderte mit sich und der ganzen Umwelt und räumte nach gerade mal einem abgewehrten Ball in Minute 20 das Feld. Seinem Vertreter Nico Schalenbach erging es allerdings nicht besser. Um so verblüffender, dass die HSG dennoch mit zwei Toren vorne lag. Das war nur möglich, weil sich die Abwehr nach dem 1:5-Fehlstart kämpferisch steigerte und gleichzeitig die Fehlerquote beim dünnen, aber individuell durchaus stark besetzten zunahm. Die Hohenlimburger Aufholjagd verlief zwar zäh, weil Felix Bauer freie Chancen ungenutzt ließ und die Passgenauigkeit von Lukas Wetzel zu wünschen übrig ließ. Aber bei Überzahlsituationen wurde geschickt über den treffsicheren Jonas Bovensmann, der gegen Hagen IV noch zum Chancentod avanciert war, abgeräumt.

Ausgleich vor Augen

Nach dem 18:18 setzte es Ballverluste durch riskante Kreisanspiele, konnte zudem VfL-Keeper Friedrich so manchen überhasteten Hohenlimburger Wurf abwehren. So wurde es richtig spannend, hatte der Gast mehrfach den Ausgleich vor Augen. „Spaß gemacht hat das heute nicht. Es war von Anfang an Unruhe im Team. Immerhin haben wir jetzt 21 Punkte auf dem Konto“, resümierte Trainer Faruk Brahimi.

Motivation bei HSG-Herren ist hoch

Hohenlimburg. Nur vier Ruhetage sind den Landesliga-Handballern der HSG Hohenlimburg seit ihrem strahlenden Auswärtssieg in Wellinghofen vergönnt, denn schon heute Abend (20.30 Uhr) steigt in der Rundturnhalle das Nachbarschaftsduell gegen die Drittgarnitur des VfL Eintracht Hagen. Auch wegen des 32:30-Hinspielerfolgs stehen die Hohenlimburger drei Punkte besser da als die Levent-Schützlinge, die es aber dennoch geschafft haben, sich in dieser Saison von der Abstiegszone fern zu halten.

Stracke und Tsolakis dabei

„Gegen uns packen die personell meist alles aus“, rechnet HSG-Trainer Faruk Brahimi mit einem individuell stark besetzten Gast. Deshalb ist er froh, nicht nur die ansonsten für die Reserve freigestellten Nick Albrecht und Jonas Bovensmann einsetzen, sondern auch auf Linkshänder Nikolas Tsolakis und Felix Stracke bauen zu können. Somit werden ihm nur Keeper René Kind und der wegen einer Zahn-OP pausierende Sebastian Marks fehlen. „Unsere Motivation ist hoch, am Engagement wird es nicht fehlen“, ist Brahimi überzeugt, dass sein Team mit dem Schwung des 43:22-Rekordsieges von Sonntag auch gegen die VfL-Dritte eine ordentliche Leistung zeigen und ihre Heimbilanz aufpolieren wird, auch wenn bei vier Punkten Rückstand auf Olpe der Sprung auf Rang sechs nur langfristig möglich sein wird.

Die Verbandsliga-Damen der HSG haben sich durch ihren 20:13-Erfolg über Recklinghausen II auf Platz acht vorgearbeitet, sind damit aber nur Spitzenreiter der fünfköpfigen Abstiegszone. „Es wäre schön, wenn wir uns ein langes Zittern ersparen könnten“, hofft Interimstrainer Timo Handwerker darauf, dass es nicht auf die vorletzte Partie bei Schlusslicht Bommern oder gar das Finale gegen Brambauer ankommt, sondern am Sonntag (14.30 Uhr) bei Borussia Dortmund III in der Sporthalle Kreuzstraße ein vorentscheidender Schritt zur Rettung gelingt.

Wird der Hinspielerfolg (28:25) wiederholt, würden die Hohenlimburgerinnen nämlich zum BVB aufschließen und dank des direkten Vergleiches vorbeiziehen. Die Borussia-Damen konnten nur eines ihre letzten sieben Spiele für sich entscheiden, stecken also in einem Formtief. „Das wollen wir nutzen und werden Vollgas geben“, verspricht Handwerker, dessen Zuversicht auch darin begründet ist, dass Linkshänderin Nadine Geitebrügge und Rückraumspielerin Christina Markmeyer wieder zur Verfügung stehen, also kein Kraftakt wie letzten Samstag, wo in Halbzeit zwei kein einziger Personalwechsel erfolgte, nötig sein wird.

Schwere Aufgabe

Die zweite Herrenmannschaft steht vor einer ungleich schwereren Aufgabe, ist morgen (17.30 Uhr) Gast vom bärenstarken Aufsteiger Attendorn/Ennest, der in eigener Halle noch keinen Punkt abgegeben hat, allerdings schon heute im Nachholspiel gegen den Rangdritten Lössel voll gefordert wird. „Wir müssen mindestens vier der letzten acht Spiele gewinnen“, meint Trainer Ivo Maly. Weil aber die direkten Vergleiche gegen fast alle Tabellennachbarn verloren wurden, wären 22 Punkte vermutlich zu wenig, geht die Konkurrenz eher von 24 Zählern zur Rettung aus. Mit anderen Worten: Für die HSG-Reserve ist es fünf vor Zwölf, zumal sie ja noch gegen andere Topteams wie Spitzenreiter Herdecke/Ende und die SG Ruhrtal antreten muss. In Attendorn wird neben Bovensmann und Albrecht auch Torhüter Kind aus der „Ersten“ aushelfen.

Frauen-Reserve reist zum Kellerduell nach Halingen

Die Kreisliga-Herren der HSG Hohenlimburg III sind am kommenden Sonntag (17 Uhr) in der Sporthalle der Hemeraner Parkstraße beim HTV Hemer II zu Gast.

Die Herren III sind ebenso Außenseiter wie die zweite Damenmannschaft. Diese spielt am morgigen Samstag (17.15 Uhr) im Bezirksliga-Kreisduell bei Westfalia Halingen.

Helmut Fahn Coach der HSG-Frauen

Hohenlimburg. Den Verbandsliga-Verbleib haben die Handballdamen der HSG Hohenlimburg zwar trotz des klaren Sieges über Recklinghausen II noch nicht ganz in der Tasche, sind aber für die nahe Zukunft bestens gerüstet. Nach der Verpflichtung eines neuen Sportlichen Leiters steht nämlich auch der neue Trainer für die kommende Saison fest.

Uwe Schlünder (60), der nach rund 40-jähriger Aktivität bei der SG Menden Sauerland aus Frust über das fehlende Interesse des Vorstands an der Förderung des Damenhandballs ausgestiegen war, ist zwar offiziell noch gar nicht im Amt, hat aber gleich seine Kontakte spielen lassen und Helmut Fahn, der bis Dezember Coach der Oberligafrauen der SG Menden Sauerland war, zu einem Wechsel nach Hohenlimburg animiert.

Augenzeugen beim Heimerfolg

Fahn (57), der sich gestern Abend beim Training offiziell vorstellte, hätte zwar theoretisch schon sofort einsteigen können, aber einen vierten HSG-Trainer in einer Saison nach Christian Köster, Julia Pfeil und jetzt Timo Handwerker wollte man der Mannschaft nicht zumuten. Schlünder und Fahn waren Augenzeuge beim jüngsten Heimerfolg und konnten sich davon überzeugen, dass Hohenlimburg selbst mit einem Miniaufgebot das Zeug dazu hat, die Liga zu halten. Die beiden erfahrenen Handballexperten sind sich allerdings auch darin einig, dass der Kader unbedingt aufgestockt werden muss, zumal mit einer Rückkehr von Norma Kramer so rasch nicht gerechnet werden kann. Helmut Fahn könnte bei der Verstärkungssuche in der eigenen Familie anfangen, denn seine Ehefrau Kathrin (35) gehört zu den wenigen Stammkräften, die vom einstigen Drittligisten übrig geblieben sind und mit der SG aktuell um den Oberliga-Verbleib kämpft. „Das wäre eine Überlegung, aber es kann sein, dass sich meine Frau beruflich nach Berlin verändert. Es gibt jedoch weitere Spielerinnen, mit denen Uwe und ich Kontakt aufnehmen, die für die HSG eine echte Verstärkung wären“, erklärt Fahn.

Gemeinschaft und Geselligkeit

Der Anwendungstechniker hat selbst in Dellwig und Oberaden in der Oberliga gespielt und kennt als jahrelanger Trainer aus den Glanzzeiten von Jahn Dellwig die Strukturen eines Vereins, für den Gemeinschaftssinn und Geselligkeit ähnlich wichtig sind wie sportlicher Erfolg.

Wie Fahn ließ sich zuvor Schlünder, der bislang in keinem anderen Verein außerhalb Menden gespielt oder gearbeitet hat, vom Konzept des HSG-Vorstand begeistern. „Nach meinem Rückzug im April habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt und ich mich noch nicht aufs Altenteil legen will. Von daher hat Alex Filippelli bei mir offene Türen eingerannt. Ich finde es prima, dass dem Damenhandball in Hohenlimburg ein derart hoher Stellenwert eingeräumt wird. Unabhängig davon, ob der Klassenerhalt gelingt, wofür ich natürlich beide Daumen drücke, bin ich überzeugt davon, dass hier eine Menge bewegt werden kann, zumal die HSG ja auf eine stattliche Fangemeinde bauen darf.“

Brahimi und Co. brennen Feuerwerk ab

Hohenlimburg. Genau zum richtigen Zeitpunkt landete die dritte Handball-Herrenmannschaft der HSG Hohenlimburg ihren dritten Saisonsieg, bleibt damit zwei Punkte vor dem Kreisliga-Schlusslicht aus Meschede, das ebenfalls gewann. Den Bezirksliga-Damen hingegen half der Heimvorteil gegen den Tabellendritten nicht.

Kreisliga: HSG Hohenlimburg III – SG Ruhrtal II 36:27 (15:11). Gegen den favorisierten Aufsteiger brannte die HSG-Dritte ein offensives Feuerwerk ab. Vor allem Linkshänder Faruk Brahimi sprühte vor Spielwitz und kam inklusive sieben sicher verwandelter Strafwürfe auf ein Dutzend Treffer. Aber auch Lucas Vartmann, dessen Vater André sich mangels Alternative ins Tor stellte, Max Hell und Jan Heider setzten der Ruhrtaler Abwehr tüchtig zu. Die Hohenlimburger begannen konzentriert und gaben die rasch eroberte 4:2-Führung nie mehr ab, weil sie sich keine längere Durststrecke erlaubten. Das kostspielige 30. Tor ging auf das Konto von Hazir Brahimi, wenig später war beim 31:20 der höchste Vorsprung erreicht.

HSG III: A. Vartmann; F. Brahimi (12/7), L. Vartmann (5), M. Hell (5), Heider (4), Arns (3), F. Richter (3), Krüger (2), H. Brahimi (2), L. Richter, Hartung, Gottmann.

Damen-Bezirksliga: HSG Hohenlimburg II – TuS Ferndorf 17:20 (8:6). Eine Halbzeit lang war kein Leistungsunterschied zwischen dem Ex-Landesligisten und den um den Klassenerhalt bangenden Hohenlimburgerinnen zu erkennen. Im Gegenteil: Die einsatzfreudige HSG-Reserve verteidigte zunächst äußerst effektiv, lag nach 15 Minuten mit 4:1 vorne, ehe die Siegerländerinnen mit einem Dreierpack ausglichen. Bis zum 11:12 (39.) durfte Trainerin Michaela Foote trotz sichtbarer Offensivprobleme ihres Teams auf eine Überraschung hoffen. Dann aber setzte sich Ferndorf zum 15:11 (49.) ab und führte kurz vor Schluss mit fünf Toren, ehe Michelle Metzner und Julia Herbel für das achtbare Endergebnis sorgten.

HSG II: Spahiu, Gau; L. Bornemann (7/6), Metzner (3), Krüger (3), Betchen (2/1), Thoss (1), Herbel (1), M. Bornemann, Rohloff, Noelle.

Abstiegsgefahr ist größer denn je

Hohenlimburg. Ganz bittere Heimniederlage für die Handball-Herren-Reserve der HSG Hohenlimburg: Als klarer Favorit war sie ins Bezirksliga-Derby gegen eine ersatzgeschwächte „Vierte“ des VfL Eintracht Hagen gegangen, doch am Ende hieß es 25:28 (14:14), ist die Abstiegsgefahr angesichts des schweren Restprogramms mit drei Gegnern aus der Spitzengruppe größer denn je. Darüber ist sich auch Trainer Ivo Maly („Wir brauchen noch mindestens vier Siege, aber dazu müssen wir uns gewaltig steigern“) im Klaren.

Bovensmann hilft aus

Da die Eintracht ohne Wulf, Truss, Middendorf und Middeldorf auflief, schien der Hohenlimburger Erfolg eine reine Formsache, zumal ja neben Nick Albrecht auch Jonas Bovensmann aus dem Kader der „Ersten“ aushalf. Aber seine zahlreichen Fehlwürfe bauten die Hagener auf. Das galt in abgeschwächter Form auch für Pierre Ludwig. Der Halblinke, für den nach blendendem Start und vier Toren zum 4:2 (6.) enger bewachten Albrecht eingewechselt, war verständlicherweise mit seinen Gedanken woanders – er wurde nämlich am Morgen Vater einer Tochter.

Trotzdem hätte es für die HSG gereicht, wenn Spielmacher Felix Stracke oder Keeper Felix Botte halbwegs ihre Normalform geboten hätten. Aber Stracke gewann so gut wie keinen Zweikampf, Botte sah insbesondere bei den Rückraumwürfen des kleinen Halbrechten Hedtfeld, der das Spiel seines Lebens machte und elf Tore erzielte, schlecht aus. Seinem Vertreter Nico Schalenbach erging es nicht besser.

„Irgendwie den direkten Vergleich gewinnen“, lautete die VfL-Vorgabe nach dem 14:14-Pausenstand, was eine Niederlage mit bis zu zwei Toren bedeutet hätte, Aber es kam für die Lückel-Schützlinge weit besser. Ihre engagierte Abwehr und gutes Umschaltspiel führten zu etlichen erfolgreichen Gegenstößen. Und nach dem 21:16 lockten sie die HSG mit langatmigen Angriffen bis hin zum Zeitspiel, profitierten von der schwachen Wurfausbeute der auch spielerisch enttäuschenden Hohenlimburger. Die kamen zwar auf 23:24 (55.) heran, waren im Endspurt aber zu hektisch.

HSG II: Botte, Schalenbach; Tsolakis (8/2), Albrecht (6), Hennig (3), Waschk (2), Krisch (2), Thiel (2/1), Bovensmann (1), Ludwig (1), Stracke, Paaschburg.

Die Minitruppe mit dem Maxiherz

Hohenlimburg. Was für eine Willensleistung: Die müssen die Handball-Damen der HSG Hohenlimburg im Vier-Punkte-Spiel um den Verbandsliga-Verbleib, inklusive der gesundheitlich angeschlagenen Sarah Klonek („Ich hätte eigentlich gar nicht spielen dürfen“) mit gerade mal einer nur kurz eingesetzten Auswechselkraft (Jennifer Tille) ausgekommen, gehabt haben. Sie schafften es tatsächlich, den PSV Recklinghausen II mit 20:13 (9:7) zu besiegen. „Unfassbar, was die Mädels kämpferisch geleistet haben. Weil es defensiv so gut lief, habe ich nach der Pause gar nicht mehr gewechselt“, war Interimstrainer Timo Handwerker voll des Lobes für seine Minitruppe mit dem Maxiherz. 

Grandios aufgelegte Lisa Witte

Im Brennpunkt der Glückwünsche, gerade wegen des Schwerter Auswärtssieges beim kommenden HSG-Gastgeber Borussia Dortmund III, stand Torfrau Lisa Witte, die mit einer grandiosen Quote (18 Paraden) den PSV-Angreiferinnen den Schneid abkaufte. Da wollte ihre Schwester Annika nicht nachstehen. Sie sprintete bei jeder Gelegenheit zum Konter nach vorne und war, obwohl so manche klare Gelegenheit ungenutzt blieb, neben Kreisläuferin Lena Becker die wertvollste Option im Angriff.

Recklinghausen baute auf seinen breiteren Kader und agierte mit einer 4:2-Abwehr, kam aber offensiv zunächst überhaupt nicht zurecht. Lisa Witte hatte schon vier Bälle inklusive eines Siebenmeters abgewehrt, ehe der Tabellennachbar zum 4:1 (9.) erstmals jubeln durfte. Die HSG tat sich ihrerseits schwer, freie Wurfchancen aus dem aufgebauten Angriff zu kreieren. Sie zog zwar trotz zwei ungenutzter Überzahlphasen auf 8:3 (22.) davon, aber in der Endphase von Halbzeit eins wurde der Gast sicherer, ging nach dem 7:9 mit gutem Gefühl in den zweiten Abschnitt und kam auf 9:10 heran.

Zwei Punkte Vorsprung

Die Hohenlimburgerinnen ließen sich davon aber nicht irritieren. Sie befolgten konsequent Handwerkers Anweisungen („breit machen“) und verdichteten ihren Abwehrverbund derart, dass den Gästen kaum noch etwas einfiel. 15 Minuten lang konnte Witte ihren Kasten sauber halten und sich über einige schön herausgespielte Treffer ihrer immer selbstbewusster agierenden Vorderleute freuen. Als Becker das 17:11 (53.) erzielte, konnte tief durchgeatmet werden. Zwei Punkte Vorsprung plus direkter Vergleich gegenüber den Veststädterinnen sind eine gute Basis für die letzten fünf Spiele.

HSG: L. Witte; A. Witte (7), Becker (7/1), Rabe (2), Voss (2), Klonek (2/2), Tille, Scheibe-Jochheim.

Deutlicher Erfolg für Brahimi-Team

Hohenlimburg. Der sonntägliche Ausflug in den Dortmunder Norden hat sich für die Landesliga-Handballer der HSG Hohenlimburg gelohnt, denn beim Tabellenletzten TuS Wellinghofen sprang ein in dieser Deutlichkeit nie und nimmer erwarteter 43:22(22:12)-Rekordsieg heraus.

„Ich hatte im Vorfeld leichte Sorgen, ob wir die richtige Einstellung finden würden, zumal ich ja auf einige Stammkräfte zugunsten der Reserve verzichtet habe. Die Jungs haben aber von Beginn an hochkonzentriert aufgespielt und die Schwächen des Gegners konsequent genutzt“, kommentierte HSG-Trainer Faruk Brahimi.

Neben Albrecht und Bovensmann schauten auch Sebastian Marks, der am kommenden Freitag im Derby gegen Hagen III wegen einer Weisheits-OP ohnehin gefehlt hätte, und Torhüter René Kind nur zu. Marco Fritzsche war somit der einzige Keeper, machte seine Sache aber hervorragend und durfte sich – man höre und staune – sogar über drei selbst erzielte Treffer freuen.

Ungewöhnliche Taktik

Der Grund lag in den ungewöhnlichen Taktik des ja seit einigen Monaten von Claudio Simone gecoachten Schlusslichts, bei eigenem Ballbesitz ständig den Keeper gegen einen siebten Feldspieler einzutauschen. Mit dem 1:5 (5.) gab die HSG die Richtung vor. Wellinghofen kam zwar auf 5:7 heran, aber danach dominierten die Hohenlimburger, bei denen neben Kreisläufer Jannik Hollatz (erstmals mit zweistelliger Ausbeute!) die Rückraumkräfte Timo Schachulski (er erzielte auch das teure 40:19) und Felix Bauer herausragten, quais nach Belieben.

HSG: Fritzsche (3); Hollatz (10), Schachulski (8), Bauer (6), Maschin (3), Wetzel (3), Doescher (3), Truss (3/1), Waschk (2), Krisch (1), Thiel (1).

Spannung im Abstiegskampf

Hohenlimburg. Bis auf die erste Herrenmannschaft, die am Sonntag (16.15 Uhr) beim Landesliga-Schlusslicht TuS Wellinghofen antritt, genießen alle Handballteams der HSG Hohenlimburg am Samstag Heimrecht. Dabei stehen für die Herren-Reserve und die Damen-Verbandsliga-Truppe wegweisende Vier-Punkte-Spiele im Kampf um den Klassenverbleib an.

Der lange Handballtag wird um 14 Uhr eingeläutet, mit dem Kreisliga-Match zwischen der ja ebenfalls noch nicht geretteten, weil erst zweimal siegreichen HSG-Dritten und dem Aufsteiger SG Ruhrtal II. Auch die zweite Damenmannschaft kämpft um 15.45 Uhr gegen den Bezirksliga-Dritten TuS Ferndorf um Bonuspunkte für den Ligaerhalt, denn der Vorsprung auf den Vorletzten Menden Sauerland II ist auf zwei Punkte geschrumpft.

Hohenlimburgs Verbandsliga-Damen bekommen es um 17.30 Uhr gegen die PSV Recklinghausen II mit einem direkten und sogar punktgleichen Tabellennachbarn zu tun. Das Hinspiel hatte die HSG beim Debüt von Interimstrainerin Julia Pfeil nach spektakulärem Spielverlauf (30:26 nach 13:20-Rückstand) gewonnen. Inzwischen ist Timo Handwerker für Training und Coaching zuständig, hat schon einige Erfahrungen in puncto Formschwankung seines dünnen Kaders gesammelt und meint: „Wenn wir so wie im letzten Heimspiel gegen Wettringen spielen, mache ich mir keine Sorgen. Aber wir müssen uns gegenüber der Leistung in Schwerte deutlich steigern.“ Krankheitsbedingte Ausfälle haben für magere Trainingsbeteiligung gesorgt, aber zum Match sollten inklusive der aus dem Urlaub zurückgekehrten Jennifer Tille alle Spielerinnen an Bord sein.

Ganze vier Punkte trennen den Siebten VfS Warstein vom Vorletzten Ferndorf III in der Herren-Bezirksliga – bei aktuell vier direkten Absteigern (wenn aus der Landesliga 3 kein Team in den Kreis Hellweg rutscht, entfällt die Relegation) ist also die halbe Liga noch in Gefahr. Die Hohenlimburger Reserve steckt nach der unglücklichen Niederlage in Wickede als Drittletzter mittendrin. Deshalb ist im Derby gegen den nur zwei Zähler besser gestellten Lokalrivalen VfL Eintracht Hagen IV, das um 19.15 Uhr angepfiffen wird, ein Sieg quasi Pflicht. „Wir können die Punkte, die wir beim 24:27 im Hinspiel in der Endphase abgeschenkt haben, nicht wiederholen, aber das darf uns nicht noch einmal passieren“, betont Trainer Ivo Maly die hohe Bedeutung der Partie.

Viel Respekt

Der Coach hat keinen Zweifel an der größeren Offensivkraft seiner weiter durch Nick Albrecht und eventuell auch Linkshänder Jonas Bovensmann verstärkten Mannschaft, aber auch viel Respekt vor der Routine der Hagener, die ja mit etlichen landesligaerfahrenen Kräften wie Middeldorf, Gendig, Grebe oder Middendorf drei ihrer letzten fünf Partien gewonnen haben. „Ganz wichtig wird sein, dass wir unsere Nerven im Griff haben und uns keine leichtfertigen Ballverluste erlauben. Es geht in erster Linie um zwei Punkte, aber auch um den direkten Vergleich“, wünscht sich Maly, der für die kommende Saison seine Zusage gegeben hat, einen Sieg mit mindestens vier Toren Vorsprung.

Kind und Marks schonen?

Mit erst einem Saisonsieg und zehn Niederlagen in Serie wird der TuS Wellinghofen um die Rolle des direkten Rückkehrers in die Bezirksliga nicht herumkommen, muss zudem wegen der Sperrung der eigenen Halle auf einen echten Heimvorteil verzichten. Gegen Hohenlimburg wird in der Sporthalle Eving um die Punkte gekämpft. „Ich weiß gar nicht, ob man da harzen darf, aber das sollte uns auch egal sein. Wir müssten genügend Selbstbewusstsein und spielerische Klasse haben, um diese Pflichtaufgabe zu lösen“, meint Trainer Faruk Brahimi. Da ja schon nächsten Freitag das Derby gegen Hagen III steigt, könnten sich Stammspieler seines Teams wie Keeper René Kind und Sebastian „Pico“ Marks binnen sechs Tagen für die Reserve frei sitzen, von daher wird kurzfristig entschieden, wer in Dortmund aufläuft. Truss und Bovensmann sollten wieder einsatzbereit sein, zudem will Brahimi aus der „Zweiten“ Timo Waschk, Louis Thiel und Marcel Krisch mitnehmen.

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